



Wer das Prüfzeichen des Brandschutzventils erst nach dem Ausbau findet, hat möglicherweise schon den entscheidenden Fehler gemacht.
Beim Prüfzeichen PA-X sollten bei jedem Servicetechniker die Alarmglocken läuten. Nicht weil jede Klappe oder jedes Brandschutzventil mit einem PA-X-Prüfzeichen automatisch Asbest enthält. Aber weil es sich häufig um ältere Bauarten handelt, bei denen vor Beginn der Arbeiten Hersteller, Typ, Produktionszeitraum und verwendete Materialien geklärt werden müssen.
Schätzungen zufolge befinden sich in Deutschland noch immer Hunderttausende asbesthaltige Brandschutzklappen und Brandschutzventile in Betrieb. Der Gesamtverband Schadstoffsanierung bezieht Brandschutzventile ausdrücklich in seine Handlungsempfehlung ein. Bei einigen Herstellern kann erst ab August 1988, teilweise sogar erst ab Januar 1989, grundsätzlich von asbestfreien Bauteilen ausgegangen werden.
Das Besondere bei diesem Brandschutzventil: Das Prüfzeichen befindet sich auf dem Gehäuse, das innerhalb der Wandhülse sitzt. Es wird somit erst nach dem Herausnehmen des Ventils sichtbar und genau darin liegt die Gefahr.
Ist das Ventil asbesthaltig und wird es ohne vorherige Klärung aus der Wand gezogen, können Bauteile beschädigt, Ablagerungen bewegt und möglicherweise Fasern freigesetzt werden. Dann ist aus einer vermeintlich einfachen Wartung plötzlich ein Gefahrstofffall geworden. Deshalb gilt: Erst identifizieren, dann anfassen.
Vor der Wartung müssen mindestens das Alter des Gebäudes, der Hersteller, der Klappentyp, das Prüfzeichen und der mögliche Produktionszeitraum geklärt werden. Fehlen belastbare Angaben, müssen Unterlagen oder Nachweise vom Betreiber eingefordert werden. Das Gebäudealter allein reicht als Nachweis nicht aus.
In diesem Fall konnte anhand der vorhandenen Informationen festgestellt werden, dass die Ventile nach 1990 hergestellt wurden und asbestfrei sind. Mängelfrei waren sie deshalb noch lange nicht. Die Wandhülse saß lose und musste entsprechend der Einbauvorgabe mit dem vorgesehenen Spezial-Fugenklebstoff von Strulik ertüchtigt werden. Zusätzlich verlief ein durchgängiger Haarriss durch den Kern und die Dichtung des Ventils. Das komplette Brandschutzventil musste ausgetauscht werden.
Der Fall zeigt erneut: Eine Funktionsprüfung beginnt nicht mit dem Auslösen oder Herausdrehen. Sie beginnt mit der eindeutigen Identifizierung des Bauteils und einer Gefährdungsbeurteilung.
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