



Am Filterwechsel sparen und beim Strom draufzahlen?
Diesmal eine Filterwand mit massiv beladenen Filtern. Ein solcher Zustand wirft Fragen auf: Wann wurde zuletzt gewechselt? Wie hoch ist der aktuelle Differenzdruck? Und wie wird der Hygienezustand kontrolliert?
Für die Bewertung sind insbesondere VDI 6022 Blatt 1 zur Hygiene und VDI 3803 Blatt 4 zu Luftfiltersystemen relevant.
Die Frage, die Betreiber interessiert: Wann müssen den nun eigentlich Filter gewechselt werden?
VDI 6022 Blatt 1 nennt für die erste Filterstufe spätestens zwölf Monate, für weitere Filterstufen 24 Monate. Wird die zulässige Enddruckdifferenz früher erreicht oder treten technische beziehungsweise hygienische Mängel auf, ist früher zu wechseln. Herstellerangaben und Einsatzbedingungen sind dabei zu berücksichtigen.
Und was kostet das Hinauszögern?
Mit zunehmender Staubbeladung steigt in der Regel der Filterwiderstand. Bei druckgeregelten Anlagen, die diesen zusätzlichen Widerstand durch eine höhere Ventilatordrehzahl ausgleichen, steigt bei gleichem Volumenstrom der Stromverbrauch. Der vermeintlich eingesparte Filterwechsel kann dadurch zusätzliche Energiekosten verursachen. Die höheren Energiekosten bei gesättigtem Filter könnten ca. 35€ je Filter/Jahr laut Hochrechnung eines Herstellers ausmachen.
Und was passiert mit Hygiene und Betriebssicherheit?
Kommt Feuchtigkeit hinzu, kann mikrobielles Wachstum begünstigt werden. Durchfeuchtung, Leckagen oder sich auflösendes Filtermaterial sind deshalb klare Gründe zum Handeln. Die Wetterschutzgitter der Außenluftansaugung werden üblicherweise auf 1,5 – 2m/s des freien Querschnitts ausgelegt. Deshalb ist sorge zu tragen das das Gitter immer gereinigt wird. Bei Ablagerungen reduziert sich der freie Querschnitt, wodurch Druck und Geschwindigkeit zunehmen. Die Begrenzung der Einströmgeschwindigkeit dient insbesondere dazu, den Regeneintrag durch Ansaugen der Tröpfchen in der Luft zu reduzieren.
Überhöhte Druckdifferenzen können zudem das Filtermedium mechanisch überlasten. Entstehen Risse oder Undichtigkeiten, können Partikel durch beziehungsweise am Filter vorbeigelangen. Starke Beladung allein beweist allerdings noch keinen Filterdurchbruch. Entscheidend sind Zustand, Belastung und Dichtsitz.
Für mich gehört deshalb zur Wartung: Filter ansehen, Differenzdruck prüfen, Ergebnisse dokumentieren und rechtzeitig handeln.
Wann wurden Zustand und Differenzdruck Ihrer Filter zuletzt gemeinsam geprüft?
